Das Leben, als Firma betrachtet

So lautet die Überschrift zur ausführlichen Rezension der Uraufführung meines Theaterstücks „Unterm Strich:“ am 11.Mai im Offenbacher t-raum-Theater. Der Redakteur und Theaterkenner Marian Meidel schreibt darin über die „witzige, aber auch schmerzhafte Abrechnung mit menschlicher Gier und Selbstoptimierung“:

„Den menschlichen Abgründen, von denen das Stück erzählt, heftet etwas Alltägliches an. Viele der daraus entstehenden Absurditäten entlocken dem Premierenpublikum lustvolles Gelächter. Bis die Stimmung plötzlich umschlägt. Wenn (Hauptfigur) Felix‘ autobiografische Kosten-Nutzen-Kalkulation beklemmende Züge annimmt, herrscht im Zuschauerbereich völlige Stille. Nicht zuletzt dank des nuancierten Spiels von Frank Geisler.“

Dem kann und will ich nichts zufügen.

Rezension "Unterm Strich" vom 15.5.18 in der Offenbach Post

Uraufführung: „Unterm Strich:“

Am Freitag, 11. Mai 2018 wird mein Theaterstück „Unterm Strich:“ uraufgeführt. Gespielt wird das Monodrama vom t-raum-Theater in Offenbach, Kulturpreisträger der Stadt 2008, in Kooperation mit dem Amt für Kulturmanagement und Sport.

Es ist eine Uraufführung der besonderen Art: Denn es hat seit Jahrzehnten in Offenbach keine Arbeit eines hauptberuflichen Autors der Stadt auf einer professionell geführten Bühne mehr gegeben. Ein Aufbruch? Ich hoffe es. Denn genau dafür habe ich das Stück mit seinem sehr pointierten Blick auf unsere Gesellschaft, unsere Werte und Beziehungen für das t-traum-Theater entwickelt. Es handelt von uns.

 

„Unterm Strich:“ (Regie: Sarah Baumann) wirft einen gnadenlosen Blick in die Tiefen der Seele eines modernen Erfolgsmenschen, der das Leben als langen Kontoauszug begreift und plötzlich seinen Kontostand nicht mehr abrufen kann. Zwischen Tellern und Gläsern offenbart er eine erschreckend vertraute Gedankenwelt. Doch alles entwickelt sich anders als die Zuschauer vermuten. Die Handlung. Sein Leben. Alles.

Felix (Frank Geisler) steht in der Blüte seiner Jahre. Felix ist Bankangestellter. Ein sehr erfolgreicher Banker. Felix ist ganz oben. Er hat es fast geschafft. Zu Hause wartet er auf gute Freunde, die er eingeladen hat. Alles soll perfekt sein, sie wollen miteinander kochen, Wein trinken und Spaß haben. Doch der Zeiger auf der Uhr schreitet voran. Die Freunde bleiben aus. Warum kommen sie nicht? Felix beginnt, über die Ereignisse seines Lebens nachzudenken und kommt mal wieder mit dem Mond ins Gespräch. Über sein Stammkapital. Über die Ereignisse, die alles verändert haben. Die ihn verändert haben. Der von Leistung, Gewinn und Erfolg geprägte Felix enthüllt, was unterm Strich bleibt von einer Lebensreise zwischen Investitionen, Geschäften, Dividenden und Vorteilen. Und da ist noch etwas anderes. Etwas, das alles in Frage stellt.

Zwischenmenschliche Beziehungen bewertet Felix mit kaufmännischer Analyse: Chancen-Risiko-Abwägung, mittelfristige Bewertung, Prognose, Kurskapital. Und wo liegt der Unterschied zwischen den Kurvenverläufen von Kursen und Frauen? Werden die Gäste endlich kommen? Je schneller die Zeit voranschreitet, umso deutlicher werden die Schatten, die Felix in jeder Sekunde begleiten. Leistung gleich Erfolg? Unterm Strich ist alles anders.

Karten lassen sich hier reservieren, weitere Vorstellungen werden folgen.

 

Kurzkrimi verkürzt die Fahrzeit im Bus

Eine Schülerin, ein Maler, der rückwärts läuft und ein schwarzer Hund, der alleine Bus fährt: Was machen die da im 105er Bus?

Vom 30.11.2018 bis zum 22.12.2018 konnten die Offenbacher Stadtbus-Fahrgäste von 10 bis 100 Jahren meiner Krimi-Kurzgeschichte zuhören und sich so ein wenig die Fahrzeit verkürzen. Kino im Kopf statt Whatsapp im Handy.

Der Nahverkehr in Offenbach (NiO) hatte mich beauftragt, einen All-Age-Kurzkrimi zur Vorweihnachtszeit zu schreiben, der in Auszügen jeweils am Donnerstag und Freitag vor Weihnachten von Promotoren den Fahrgästen auf allen Linien vorgelesen wurde. Jede Woche gab’s ein neues Kapitel, insgesamt waren es vier. Dazu wurde ein Flyer verteilt, auf dem die Kanäle zum direkten Weiterlesen zu finden waren: Online oder als pdf mit tollen Illustrationen gibt’s die Kapitel unter www.offenbach.de/weihnachtskrimi noch immer kostenlos zum Lesen oder Herunterladen.

Zur Premiere der Krimi-Aktion hatte ich die vorgesehenen Auszüge im Bus 105 den Fahrgästen vorgelesen – und siehe da: Es gab viele Zuhörer, sogar Applaus und ein „Dankeschön“ beim Aussteigen. Darüber haben der Hessische Rundfunk auf mehreren Sendern und die Tageszeitung „Offenbach Post“ sogar auf Seite 1 berichtet. So kommt Literatur auf ungewohntem und zugleich direktem Weg  zum Publikum. Eine tolle Erfahrung – auch für den Autor!

Experimentierbuch auf Niederländisch erschienen

Im Jahr 2009 habe ich mit Susanne Reininger und Markus Kirchgessner (Fotografie) das Experimentierbuch für Kinder „Science X – Naturwissenschaft mit Experimenten erleben“  im Ravensburger Verlag publiziert. Das Entwerfen, Schreiben, Fotografieren und Produzieren war sehr aufwendig, es hat alle Beteiligten viel Energie und Nerven gekostet sowie viele gute Ideen benötigt. Doch das hat sich gelohnt.

Denn der Titel hat auch im Jahr 2017 noch seinen Weg zu den neugierigen Leserinnen und Lesern gefunden – und dazu in einer mir eher fremden Sprache: Nun ist es schon zum zweiten Mal in einer niederländischen Lizenzausgabe erschienen. Aus „Science X“ ist „Supercoole Experimenten voor Kids“ geworden. Neugier und Wissbegierde überschreitet Grenzen. Das hat uns Menschen durch alle Generationenn hinweg begleitet. Dass ich dies auch in meinem Mikrokosmos auf so direkte und positive Weise erfahren darf, ist eine tolle Erfahrung.

Das Buch aus dem Deltas-Verlag umfasst 96 Seiten und enthält rund 36 Experimente zu Luft, Wasser, Licht, Elektrizität, Wärme, Akustik sowie Kraft und Bewegung.