Bei den Genussverstärkern in Offenbach

Literatur und Wein – diese beiden Kulturformen verstärken wechselseitig den Genuss. Der Beweis, wie sehr dieses Verhältnis eine neue Ebene schafft, erbrachte für mich die Lesung am 12.6.14 bei den Genussverstärkern in meiner Nachbarschaft im Offenbacher Nordend.

In toller Wohnzimmer-Atmosphäre waren die Genussverstärker Ina Manthey und Peter Reichard sehr persönliche Gastgeber. Sie öffneten im flackernden Licht vieler Kerzen den rund 20 Gästen die zu „Wein oder nicht sein“ wunderbar passenden Weine: Pfälzer Riesling-Sekt vom Weingut Metzger zum Empfang, ein interessanter, straffer Riesling der Gebrüder Andres aus der Deidesheimer Leinhöhle zum ersten Teil der Lesung und zum wirbelnden Finale den überraschend spannenden Silvaner Candel 2011 aus dem Barrique vom Weingut Carl Koch aus Rheinhessen. Das war die perfekte Kombination – vielen Dank!

„Von sinnlichen Momenten des Glücks und komplizierten Beziehungsgeflechten“

Im Offenbacher Stadtmagazin „Mut&Liebe“ schreibt Alexander Knöß: “ ‚Wein oder nicht sein‘ ist ein spannendes und angenehm zu lesendes Buch mit überraschenden Wendungen und überzeugendem Ende. Doch anders als beim Weintrinken vergeht dieses intensive Gefühl des Genusses beim Lesen der Geschichte nicht nach wenigen Sekunden. Sie fesselt nachhaltig und bringt den Leser durchaus zum Nachdenken.“

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„Philosophische Untertöne gehören zum Kern des Geschehens“

Vor ein paar Tagen hat Silke Gelhausen-Schüßler in der Offenbach Post einen ausführlichen Vierspalter über die Lesungspremiere und den Roman publiziert.
Darin heisst es: „Das Buch taugt zum Lesen. Die Geschichte ist so kurios wie das Leben selbst, ist spannend, aber kein Krimi. Und wie der an Shakespeares ‚Hamlet‘ angelehnte Buchtitel verrät: Emotionale Tragik und philosophische Untertöne gehören zum Kern des Geschehens.“

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Und weil der Text den Kern trifft, folgt hier noch ein Bild des Autors bei der Arbeit an diesem wunderbaren Lesungsabend:

Uwe Kauss bei der Lesung im t-raum-Theater, Offfenbach

Der Anfang vom Ende

Wenn die Premiere vorbei ist, lassen sich Gedanken wieder klarer formulieren. Der Ausnahmezustand ist aufgehoben. Alles normal. Wirklich?

Es ist vorbei. Die Roman-Premiere liegt ein paar Tage zurück, die Nerven haben sich beruhigt, die Gedanken schießen nicht mehr wie aus dem Maschinengewehr eines Attentäters durch den Kopf. Das Adrenalin ist raus, der normale Arbeitsalltag zurück. Hallo, liebe Mails! Hallo Internet! Rund 40 Leute waren nach Offenbach ins perfekt passende t-raum-Theater zum Zuhören gekommen. Über die vielen Glückwünsche und Schulterklopfer habe ich mich zutiefst gefreut. Denn es war ein besonderer Moment, wenn nach sechs Jahren Arbeit zum ersten Mal die Zeilen auf fremde, unvorbereitete und neugierige Köpfe treffen. Werden sie aufgenommen? Werden sie verstanden? Erzeugen sie diese Stimmung, von der ich jahrelang angenommen habe, sie würde erzeugt werden? Ach, ich denke, ein Anfang ist gemacht.

Der Roman führt jetzt sein eigenes Leben. Ich habe ihn aus meiner Pflege und Obhut entlassen. Entlassen müssen. Man kann ihn nun lesen, sich begeistern, darüber schimpfen, sich furchtbar langweilen, ihn in einem Zug lesen. Es ist nicht mehr meine Sache. Nicht mehr zu ändern. Jetzt ist diese Geschichte einfach eine Geschichte. Sie ist gut. Oder nicht? Sie trägt? Oder doch nicht?

„Wein oder nicht sein“ war sehr lange meine Arbeit. Nun ist sie erledigt. Das war’s. Der letzte Punkt ist gesetzt. Dieser Gedanke fällt mir nicht ganz leicht. Doch nun beginnt der zweite Teil. Jeder Autor, der nicht zu den literarischen Stars gezählt wird, ist heute die Marketingabteilung in eigener Mission. Lesungen organisieren, Journalisten interessieren, Rezensionsexemplare verschicken, Menschen neugierig machen. Das mache ich sehr gerne. Obwohl es verdammt viel Arbeit ist.

Daher jetzt  der ganz kurze Werbeblock: Sollten Sie das Buch gelesen haben und es hat Ihnen gefallen, schreiben Sie mir doch ein paar Zeilen auf Amazon. Oder erzählen Sie es weiter. Auf Facebook oder persönlich. Oder Sie verschenken das Buch! Wow, ein Buch! Über Wein! Das ist die alte Schule! Vielleicht zusammen mit einer Flasche Wein? Oder pur in Papier. Mit Schleife.

Wer zu den Digital Natives gehört, die Bezeichnung „Geek“ nicht peinlich findet oder lieber auf den bunten Bildschirm statt ins schwarzweiße Buch gucken will: Wein oder nicht sein gibt’s auch als E-Book. Hauptsache: lesen.

Premierenlesung – Lesungspremiere

wons_titel_klAm 22.5. werde ich erstmals aus meinem Roman „Wein oder nicht sein“ vor Publikum lesen. Das wunderbare t-raum-Theater in der Wilhelmstraße 13 in Offenbach ist der richtige Ort für das ungewöhnliche Sujet des Buches. Mögen Sie hereinschauen? Ich würde mich sehr freuen! Der Roman setzt nicht auf bestsellertaugliche Geschwindigkeit und Action, die Dinge entwickeln sich in ihrem eigenen Rhythmus, verweben sich bis zum überraschenden Finale und entfalten so einen ungewohnten Blick auf die Menschen, den Wein – und auf unsere Gesellschaft, in der sich alles abspielt. Es gibt darin nicht Schwarz und Weiß wie im Krimi, sondern es vermischen sich Schuld und Unschuld, es verschieben sich individuelle und gesellschaftliche Grenzen der Protagonisten.

Die intensive Auseinandersetzung mit Wein war für mich der Weg, um mich mit den Widersprüchen unserer Gegenwart auseinanderzusetzen. Ich habe viel Zeit gebraucht, um dafür eine eigene Form zu finden – das Ende mancher Wege in der Sackgasse eingeschlossen.  Insgesamt sechs Jahre habe ich an „Wein oder nicht sein“ gearbeitet und geschrieben.

Umso mehr freue ich mich, daraus zum ersten Mal lesen zu dürfen. Und schon jetzt darauf, zum zweiten, zum dritten und zum vierten Mal vorzutragen. Ich will versuchen, die ruhige, feine Spannung des Textes meinem Publikum zu vermitteln. Ich bin jedenfalls gespannt. Und ich hoffe, Sie sind es bis zum Schluss auch.

Am 22.5.14, 20h, im t-raum-Theater. Eintritt 6,00€