Kurzkrimi verkürzt die Fahrzeit im Bus

Eine Schülerin, ein Maler, der rückwärts läuft und ein schwarzer Hund, der alleine Bus fährt: Was machen die da im 105er Bus? Vom 30.11.2018 bis zum 22.12.2018 können die Offenbacher Stadtbus-Fahrgäste von 10 bis 100 Jahren meiner Krimi-Kurzgeschichte zuhören und sich so ein wenig die Fahrzeit verkürzen. Kino im Kopf statt Whatsapp im Handy.

Der Nahverkehr in Offenbach (NiO) hat mich beauftragt, einen All-Age-Kurzkrimi zur Vorweihnachtszeit zu schreiben, der in Auszügen jeweils am Donnerstag und Freitag vor Weihnachten von Promotoren den Fahrgästen auf allen Linien vorgelesen wird. Jede Woche gibt’s ein neues Kapitel, insgesamt sind’s vier. Dazu wird ein Flyer verteilt, auf dem die Kanäle zum direkten Weiterlesen zu finden sind: Online oder als pdf mit tollen Illustrationen gibt’s die Kapitel unter www.offenbach.de/weihnachtskrimi kostenlos zum Lesen oder Herunterladen.

Zur Premiere der Krimi-Aktion habe ich die vorgesehenen Auszüge im Bus 105 den Fahrgästen vorgelesen – und siehe da: Es gab viele Zuhörer, sogar Applaus und ein „Dankeschön“ beim Aussteigen. Darüber haben der Hessische Rundfunk auf mehreren Sendern und die Tageszeitung „Offenbach Post“ sogar auf Seite 1 berichtet. So kommt Literatur auf ungewohntem und zugleich direktem Weg  zum Publikum. Eine tolle Erfahrung – auch für den Autor!

„Neunundneunzigmal Offenbach“: Die neue Auflage ist erschienen

Hier gab es ziemlich lange nichts Neues mehr zu lesen. Das lag nicht daran, dass ich nichts zu berichten hätte. Im Gegenteil. Nach vielen Reportagen, Erzählungen und Stories in nun endlich Zeit fürs Aktualisieren der Website. Mit guten Nachrichten: Am Donnerstag, 30. November startete um 19 Uhr die Premierenlesung für die komplett überarbeitete Neuauflage meines Stadtbestsellers „Neunundneunzigmal Offenbach“. Seit der ersten Auflage 2012 sind damit 16 neue Stories ins Buch gekommen, viele habe ich be- und überarbeitet sowie neue Fotos geschossen. Auch ein neues Cover hat der Verlag entwickelt. Alles bleibt in Bewegung.

Es gibt wieder viel zu berichten: Die neuen Geschichten für diese nun dritte Auflage handeln von vergessenen Stars, spannenden Orten, vergangenen Zeiten und unbekannten Preziosen in der Stadt. Sie erzählen beispielsweise von Science Fiction und Perry Rhodan, den berühmtesten Werken Mozarts, einem vergessenen Superstar der Komposition, Galileo Galilei, dem Klimawandel und der Kultband „Rodgau Monotones“. Neugierig geworden? Seit 30.November ist das Buch in Offenbach, Deutschland, Österreich und der Schweiz zu haben.

 

Experimentierbuch auf Niederländisch erschienen

Im Jahr 2009 habe ich mit Susanne Reininger und Markus Kirchgessner (Fotografie) das Experimentierbuch für Kinder „Science X – Naturwissenschaft mit Experimenten erleben“  im Ravensburger Verlag publiziert. Das Entwerfen, Schreiben, Fotografieren und Produzieren war sehr aufwendig, es hat alle Beteiligten viel Energie und Nerven gekostet sowie viele gute Ideen benötigt. Doch das hat sich gelohnt.

Denn der Titel hat auch im Jahr 2017 noch seinen Weg zu den neugierigen Leserinnen und Lesern gefunden – und dazu in einer mir eher fremden Sprache: Nun ist es schon zum zweiten Mal in einer niederländischen Lizenzausgabe erschienen. Aus „Science X“ ist „Supercoole Experimenten voor Kids“ geworden. Neugier und Wissbegierde überschreitet Grenzen. Das hat uns Menschen durch alle Generationenn hinweg begleitet. Dass ich dies auch in meinem Mikrokosmos auf so direkte und positive Weise erfahren darf, ist eine tolle Erfahrung.

Das Buch aus dem Deltas-Verlag umfasst 96 Seiten und enthält rund 36 Experimente zu Luft, Wasser, Licht, Elektrizität, Wärme, Akustik sowie Kraft und Bewegung.

 

„Ein Werk von großer Kraft“

Die Heidelberger Autorin und Bloggerin Juliane Gassert hat über meinen Roman „Wein oder nicht sein“ eine sehr interessante, pointierte Rezension publiziert, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Denn ihr Text ist eigensinnig und eigenwillig, emotional, er reflektiert zugleich ihre Leseerfahrung. Die Rezension beleuchtet einige der wichtigsten Aspekte der Story auf sehr persönliche und nachdenkliche Weise.

Sie schreibt knapp:

„Uwe Kauss beschreibt dicht und emotional die Welt der Eingeschlossenen, aber auch den Weinzirkus. Rückblenden spiegeln Defizite, Erinnerungen werden wach, die drei Menschen geraten an ihre Grenzen. Die Weine im Keller nach Tagen des Kerkers sind nicht mehr die Weine, die sie lieben.“

Das hätte ich nicht besser formulieren können. Ihr Urteil:

„Denn es ist ein Werk von großer Kraft.“

Wow.

Den spannenden Text gibt’s hier auf www.einfachwein.de vollständig zu lesen. Es lohnt sich!

Wein oder nicht Sein

Lebendige Geschichte: 250 Jahre Kaiserstraße

Monatelang durfte ich im Auftrag des Offenbacher Amtes für Öffentlichkeitsarbeit die Archive durchstöbern und die spannende Geschichte der Kaiserstraße – eine der wichtigsten Achsen der Stadt – anhand von historischen Akten, Originaldokumenten, Zeichnungen und Fotos rekonstruieren. Viele Dokumente, die ich fand, sind in der Ausstellung erstmals zu sehen und eröffneten dem Publikum einen völlig neuen Blick auf die genau einen Kilometer lange, kerzengerade Straße.

Rund 100 Gäste kamen zur Vernissage der Ausstellung.

Rund 100 Gäste kamen zur Vernissage der Ausstellung.

Der Grund für meine Tätigkeit als Kurator: Bei der Arbeit an meinem Buch „99mal Offenbach“ in den Jahren 2011 und 2012 entdeckte ich im Stadtarchiv in einem historischen Aufsatz aus der Jahrhundertwende zu einem ganz anderen Thema den Halbsatz, die Straße sei 1766 angelegt worden. Ich machte ein Notiz, die fast in Vergessenheit geriet.

2015 fand ich sie wieder, rechnete kurz nach und stellte fest: 2016 wird die Kaiserstraße 250 Jahre alt – sollte der uralte Hinweis stimmen. Einen Beleg hatte ich nicht, denn das 18. Jahrhundert ist in den Archiven der Stadt kaum erschlossen. Die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Offenbach beauftragte mich dennoch mit der Spurensuche – und schließlich fand ich den eindeutigen Beleg: Ein Edikt des damaligen Fürsten Wolfgang Ernst II. zu Ysenburg vom 15. Mai 1766. Continue reading

„Spannende Handlung in exzellenter Sprache“

Die Journalistin Christine Dressler schreibt im Wiesbadener Kurier über meine Lesung aus „Wein oder nicht sein“ am Pfingstsonntag 2016 im Hessischen Weinbaumuseum in Hochheim am Main. Der Text ihres Artikels liest sich, als könnte ihr’s gefallen haben:

„„Ist die Tür noch offen?“, rief eine Zuhörerin leicht panisch im Gewölbe von Hessens erstem Weinmuseum zu Beginn der Pause bei Uwe Kauss’ Lesung aus seinem Roman „Wein oder nicht sein“. Niemand antwortete ihr. Während sich das übrige Publikum erst mal vom Bann befreien musste, den der 51-jährige Offenbacher erzeugt hatte, sprang sie auf, eilte zur Tür und atmete auf: Sie ließ sich öffnen – im Unterschied zur Tür des Weinkellers im Buch. Dass dieses am Abend im Museum zum Kino im Kopf geriet, lag zum einen an der spannenden Handlung in exzellenter Sprache, zum anderen an Kauss ausdrucksvollem Vortrag.“

Weiter führt sie aus:

„Bei der Lesung faszinierte, wie klug (er) den Wein als Genussmittel, Statussymbol und Sehnsuchtsobjekt beschreibt sowie Facetten der Freundschaft und Schuld, der Charaktere und der Gesellschaft mit ihren feinen Unterschieden zwischen Arm und Reich spiegelt.“

Christine Dresslers fein formulierter Bericht lässt sich online auf der Website des Wiesbadener Kuriers vollständig lesen.
 

Zaren, Kaiser und zwei große Tafeln

Der Offenbacher Bürgermeister Peter Schneider und Henning Hehner von der Bürgerinitiative Rumpenheim enthüllen die Tafeln vor rund 50 Gästen.

Diese Lektoratsarbeit lässt sich völlig kostenlos und 24 Stunden am Tag betrachten: Je eine große Zeit- und Geschichtstafel steht nun am einst landgräflichen Schloss zu Rumpenheim, einem Stadtteil meiner Heimatstadt Offenbach.

Sie informiert am von Ausflüglern viel genutzten Fahrrad- und Fußweg direkt an der Mainfähre über die jahrhundertelangen Eigentümer, die hessischen Landgrafen.

Im schönen, vor einigen Jahren wieder aufgebauten Schloss am Mainufer kamen einst Zaren, Kaiser und Könige zu Besuch. Im 18. und 19. Jahrhundert waren aufgrund der engen verwandschaftlichen Beziehungen der Familie von Hessen oft die wichtigsten Herrscher Europas zu Gast: Etwa der letzte russische Zar Nikolaus II., der deutsche Kaiser Wilhelm II sowie der britische König Eduard VII.

Entspannte Freude nach dem Abschluss der Arbeit.

Die Stadt Offenbach hat die erklärenden Tafeln mit Hilfe der Mitglieder der Hilfe der Mitglieder der Bürgerinitiative Rumpenheim (BIR) finanziert.

Ich habe die historischen Daten geprüft, gekürzt und aufgearbeitet, die Texte geschrieben und im Layout alles lektoriert und korrigiert.

 

Ein Roman in bester Gesellschaft

Das Buchkaufhaus Thalia hat entdeckt, dass „Wein oder nicht sein“ weder ein Regionalkrimi noch ein Offenbach-Buch ist, sondern einfach ein spannender Roman. Nun liegen die Bücher in bester Gesellschaft…

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Wer rennt, wenn’s brennt?

Na klar, die Männer und Frauen von der Feuerwehr! Zu meinem Sachbuch zur Fernsehreihe „Willi wills wissen“ absolviere ich Veranstaltungen vor Kindern und Erwachsenen – hier zum Abschluss des Lesesommers in Edenkoben mit rund 100 Zuschauern.

Uwe Kauss beim Lesesommer in EdenkobenIch und die Kinder fragen einen Feuerwehrmann genau wie TV-Reporter Willi aus, wie man einen Brand löscht, was da so alles passieren kann und warum er 30 Kilogramm am Leib tragen muss. Hat wieder richtig viel Spaß gemacht! Am 9.10. bin ich in Hamburg zum Seiteneinsteiger-Lesefest eingeladen. Da mache ich diese Lesung in einer Schule. Mit einem Feuerwehrmann. Und der hat seine komplette Ausrüstung dabei. Sonst kann man das alles ja nicht richtig erklären. Wasser – marsch!

 

In der Jury der Eckenroth-Stiftung

Da lag der hohe Stapel Manuskripte vor mir. 228 Texte voll mit interessanten Gedanken, überraschenden Wendungen und ungewohnten Blickwinkeln. Lesen. Einordnen. Sich einlassen auf Ungewohntes. Nichts übersehen. Bewerten. Das ist die Verantwortung des Jurors. Eine anspruchsvolle Arbeit.

Die Manuskripteinsendungen für den Wettbewerb der Eckenroth-Stiftung

Die Manuskripteinsendungen für den Wettbewerb der Eckenroth-Stiftung.

Seit einigen Jahren gehöre ich zur Jury der Eckenroth-Stiftung, die seit 1998 den Wettbewerb „Grüner Lorbeer“ für Nachwuchs-Autoren organisiert. Die Stiftung wurde 1993 von der Theatermacherin Madeleine Lienhard gegründet, intensiv unterstützt vom Theaterintendanten und Grimme-Preisträger Klaus Wagner. Dabei schreiben 10- bis 14-jährige Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland eine Geschichte zu einem vorgegebenen, aber offenen Thema. Es lautete: „Die Anschläge von Paris – ich erfahre davon“. Die Jugendlichen können frei entscheiden, wer von den Anschlägen auf welche Weise erfährt, was sie ausdrücken wollen – und wie. Eingeladen waren „Schülerinnen und Schüler, die Lust auf Intelligenz haben, das Nachdenken lieben, die Anstrengung des Schreibens nicht scheuen und Mut besitzen, sich zu erinnern“. Ein hoher Anspruch.

Umso überraschter war ich diesmal von der Qualität und Originalität der 228 Texte, von der Dichte des Erzählens, den neuen Perspektiven auf das Geschehene und den Botschaften, die sie vermitteln. Die Arbeit in der Jury ist daher für mich etwas Besonderes: Kein Jahr ohne Staunen und Überraschung, ohne gespanntes Lesen, anrührende Begebenheiten und tolle Formulierungen. Es heisst, die Jugendlichen würden nur noch Textfetzen im Netz lesen, sich nicht mehr konzentrieren und hätten kein Interesse mehr an Büchern. Nach dieser Lektüre mache ich mir um den Autorennachwuchs keine Sorgen mehr. Klar: Twitter, Facebook, Wikipedia und Whatsapp spielen in ihren Geschichten sehr oft eine Rolle. Sie erzählen schließlich von der Gegenwart. Aber Talent ist Talent. Das kann das Netz nicht abschaffen. Und die Eckenroth-Stiftung tut das Gegenteil: Sie fördert es. Denn die Preisträgerinnen erhalten eine langfristige, oft jahrelange und kostenfreie Unterstützung beim Freilegen ihrer Talente mit intensiven Schreibtrainings im stiftungseigenen Schreibhaus sowie weiterer Bildung und Unterstützung. Vielleicht werden einige von ihnen in ein paar Jahren den Kurs des trägen Dampfers Literatur bestimmen. Mal sehen, welchen Kurs sie einschlagen und welche Ufer in Sicht kommen. Ich freu‘ mich drauf!